Ein etwas schwieriger Text, den ich aber gerne für Sie im Folgenden übersetzen werde.
“Für die brustkrebsspezifische Mortalität liegt ein Anhaltspunkt für einen Nutzen des Mammografie-Screenings im Vergleich zu keinem Screening bei Frauen zwischen 45 und 49 Jahren vor. In Hinblick auf die Gesamtmortalität zeigte sich kein statistisch signifikantes Ergebnis. Das Ergebnis zur Gesamtmortalität spricht nicht gegen einen Nutzen bezüglich des Mammografie-Screenings, denn die Gesamtmortalität wird wesentlich durch das Auftreten anderer Todesursachen beeinflusst. Es wird davon ausgegangen, dass der Effekt der verringerten Brustkrebsmortalität durch das Screening insgesamt zu klein war um sich auf die Gesamtmortalität auszuwirken.
Das Mammografie-Screening führt jedoch über falsch-positive Screeningbefunde zu negativen Konsequenzen (Hinweis auf einen Schaden). Auch kommt es zu Überdiagnosen (Anhaltspunkt für einen Schaden). Das Ausmaß des Schadens ist jedoch nicht so groß, dass es den Mortalitätsvorteil aufwiegt.“
Für die brustkrebsspezifische Sterblichkeit gibt es einen Anhaltspunkt dafür, dass die Screenings (regelmäßiges Röntgen der weiblichen Brust) im Vergleich zu keinem Screening bei den Frauen zwischen 45 und 49 Jahren einen Nutzen bringt. Man beachte, es gibt lediglich einen Anhaltspunkt. Gesicherte Erkenntnisse gibt es keineswegs. Deshalb kommt sogleich auch, nicht überraschend, folgende Erkenntnis. Im Hinblick auf die Gesamtsterblichkeit (also aller Todesursachen zusammengenommen der Frauen in diesem Alter), zeigt sich kein Ergebnis, dass das Mammaographiescreening rechtfertigen würde. Es macht also keinen Sinn, sich einem Mammographiescreening zu unterziehen, da es keine wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse über einen eventuellen Vorteil gibt. Allerdings und das ist dann weit weg von Wissenschaft und kommt uns doch sehr aus der Coronazeit mit den Masken bekannt vor, das fehlende statistisch deutliche Ergebnis spricht nicht gegen den Nutzen des Screenings. Wie bei den Masken. Da hieß es ebenso, der fehlende nachweisbare Nutzen spricht nicht gegen den Nutzen der Masken.
Ich persönlich frage mich da, wieso wird das nicht auch bei der Homöopathie so gesehen? Der fehlende nachweisliche Nutzen spricht hier ganz eindeutig gegen die Übernahme der Kosten zu Lasten der Krankenversicherung. Es wird also mit zweierlei Maßstab gemessen.
Für die Begründung, weshalb der fehlende nachweisbare Nutzen aber dennoch einen Nutzen darstellt, wird auch hier, so wie seinerzeit bei den Masken, tief in die Trickkiste der Abstrusitäten gegriffen und es wird einfach behauptet, dass die Gesamtsterblichkeit so groß ist und wesentlich durch andere Größen beeinflusst wird, als das die Todesursache Brustkrebs hätte ins Gewicht fallen können.
Das aber ist ein übliches wissenschaftliches Problem und kann aus den Ergebnissen entsprechend herausgerechnet und berücksichtigt werden. Wieso wurde es nicht entsprechend berücksichtigt?
Es wird einfach, ohne nachweisbare Erkenntnisse davon ausgegangen, dass eine verringerte Brustkrebssterblichkeit vorlag, der Effekt durch das Screening aber zu klein war, als das es sich hätte auswirken können. Auf gut Deutsch: Das Screening ist ohne nachweislichen Effekt und damit überwiegen die Nachteile, die da wären Strahlenbelastung und falsch positive Ergebnisse mit eventuell weiteren belastenden Untersuchungen und psychischen Belastungen.
Sogleich wird genau auf diesen Punkt auch eingegangen, um dann sofort entkräftet zu werden mit der Begründung, dass das Ausmaß der Schäden durch das Mammographiescreening in der beschriebenen Population in Kauf genommen werden kann, weil es den Mortalitätsvorteil (Vorteil durch nicht an Brustkrebs gestorbenen Frauen) aufwiegen würde.
HÄ? Ich dachte es gibt keinen nachweisbaren Vorteil.
Sie wollen wissen wo dieser neuerliche Unsinn jetzt herkommt? Er steht wortwörtlich im IQWiG-Berichte – Nr. 1383 “Überprüfung der Altersgrenzen im Mammografie-Screening- Programm” auf Seite iv.

Quelle: IQWIG Report
Und genau weil das Mammographiescreening keinen nachweisbaren Nutzen in der Altersgruppe der 45 bis 49 jährigen Frauen erbracht hat, wird es jetzt für alle Frauen ab 45 Jahren empfohlen.
Gute Medizin funktioniert anders. Aber möglicherweise auch nur noch außerhalb des Besten Deutschlands aller Zeiten.